01 / Live-Performance
Shadow Rain
Ein Cyberangriff, zwei Perspektiven und zwei aufeinander zulaufende Zeitachsen.
Meine Arbeit beginnt häufig dort, wo ein komplexes Thema nicht nur erklärt, sondern als Geschichte verständlich und emotional greifbar werden soll.
Ausgewählte Arbeiten ↘Ausgewählte Arbeiten
Viele meiner Produktionen entstehen in vertraulichen Unternehmenskontexten. Deshalb beschreibe ich Aufgaben, Formate und meinen eigenen Beitrag, ohne die jeweiligen Auftraggeber zu nennen.
01 / Live-Performance
Ein Cyberangriff, zwei Perspektiven und zwei aufeinander zulaufende Zeitachsen.
02 / Narrativer Kurzfilm
Eine wirtschaftliche Krise wird zur Geschichte über Verantwortung, Nähe und Kontrollverlust.
03 / Konzeptioneller Kurzfilm
Ein Perspektivwechsel, der aus Resignation eine Aufforderung zum Handeln macht.
Eigenes Erzählprojekt
In Entwicklung
Der narrative Kern
William Geist ist Realitätsjockey in CEREPOLIS. Gemeinsam mit dem Assistenzbewusstsein KIMÆRA produziert und stabilisiert er Wirklichkeiten für eine Gesellschaft, die ihre Bürger vor Unsicherheit, Widersprüchen und ungefilterter Erfahrung schützen will.
Als ein Fehler in seiner Arbeit auftaucht, beginnt William an der Maschine, am System und schließlich an seiner eigenen Autorenschaft zu zweifeln.
Wer schreibt unsere Wirklichkeit – und woran erkennen wir noch, dass sie unsere eigene ist?
Schöpfer · Autor · Creative Producer
Die Erzählwelt
CEREPOLIS ist monumental, geordnet und cerebral: eine techno-sakrale Metropole, in der Wirklichkeit produziert, geordnet und verteilt wird.
Das System bietet Schutz, Orientierung und Zugehörigkeit. Gleichzeitig reguliert es Kreativität, verarbeitet Erinnerungen und bindet Menschen an eine kontrollierte Form des Lebens. Es funktioniert – und genau das macht es gefährlich.
KIMÆRA erzählt den ersten konkreten Fall innerhalb einer Welt, die für Film, Bühne und interaktive Formate weiterwachsen kann.
Storyworld · Film · Bühne · Immersive Formate
Über mich
„Mich interessiert nicht nur, was erzählt wird, sondern wie Text, Bild, Raum, Musik und Schauspiel gemeinsam eine Geschichte tragen.“
StudiumJapanologie, B.A.
StationenJapan, Mexiko, Neuseeland, London u. a.
ArbeitAutor & Creative Producer
Seit 2020Selbstständig in Heidelberg
Ich habe Japanologie (B.A.) studiert und insgesamt gut zwei Jahre in Japan sowie jeweils mehrere Monate in Mexiko und Neuseeland gelebt. Dazu kamen längere Aufenthalte in Brasilien, Thailand und London und viele weitere Reisen. Das Kennenlernen anderer Kulturen prägt meinen Blick auf Geschichten, Menschen und kulturelle Codes bis heute und ist eine meiner wichtigsten Inspirationsquellen.
Fast zehn Jahre arbeitete ich in einer Schnittstellenfunktion bei einem Heidelberger Softwareunternehmen – zwischen Technologie, Kommunikation und Kreativarbeit.
2019 verließ ich diese Festanstellung und nutzte die folgende Übergangszeit, um Bühnenerfahrung als Stand-up-Comedian und Storyteller zu sammeln. Aus der Arbeit an eigenen Auftritten entwickelten sich mit der Zeit größere Geschichten und komplexere Produktionen.
Seit Herbst 2020 arbeite ich selbstständig – ein denkbar ungewöhnlicher Zeitpunkt für einen beruflichen Neustart mit Schwerpunkt auf Bühne und Live-Formaten. Mit der Zeit kristallisierten sich das Schreiben, die Dramaturgie und die kreative Steuerung anspruchsvoller Produktionen als Mittelpunkt meiner Arbeit heraus.
Heute entwickle ich Filme, Bühnenproduktionen, Veranstaltungen und interaktive Formate für Unternehmen und Institutionen. Dabei arbeite ich als Autor und Creative Producer: Ich entwickle die grundlegende Idee, finde eine erzählerische Form, schreibe Texte und begleite die Umsetzung von der ersten Skizze bis zur fertigen Produktion. Je nach Projekt reicht meine Rolle von Konzeption und Textbuch über Creative Direction und Casting bis zu Produktionsplanung, Regie und Inszenierung.
Kontakt
Ich arbeite an eigenen Stoffen und begleite ausgewählte Produktionen als Autor und Creative Producer.

01 / Live-Performance · 2023
Ein nichtlineares Theaterstück über einen Ransomware-Angriff – erzählt aus Sicht eines Unternehmens und seiner Angreifer.
Die 40-minütige Geschichte folgt zwei aufeinander zulaufenden Zeitachsen. Während die Vergangenheit den Verlauf des Angriffs rekonstruiert, zeigt eine mögliche Zukunft die Folgen falscher Entscheidungen. Schauspiel, Film, Audio, Licht und Farbcodes helfen dem Publikum, die fragmentarische Handlung nach und nach zusammenzusetzen.
Die Aufführung begann mit einer filmischen Sequenz in einer Full-Dome-Projektion. Während des Intros drehte sich das Auditorium und öffnete den Blick auf die Bühne. Der Übergang vom digitalen Bildraum zum analogen Schauspiel wurde selbst Teil der Erzählung.

02 / Narrativer Kurzfilm
Ein Ransomware-Angriff bringt nicht nur ein Unternehmen zum Stillstand. Er dringt zunehmend in Ehe und Familienleben ein.
Der CEO eines fiktiven Unternehmens versucht gleichzeitig, seine Firma, seine Familie und seine eigene Handlungsfähigkeit zusammenzuhalten. Die weitgehend ohne Dialog erzählte Geschichte wird von seiner Tochter gerahmt. Ihr Blick macht aus einem technischen Vorfall eine persönliche Frage nach Verantwortung, Anwesenheit und Schutz.
Ein melancholisches Liebeslied im Stil großer Pop-Rock-Balladen steht im bewussten Kontrast zur eskalierenden Situation: Die Musik verspricht Nähe, während sich die Figuren zunehmend voneinander entfernen.

03 / Konzeptioneller Kurzfilm
Ein umkehrbares Textkonzept verändert nicht die Fakten, sondern die Perspektive, aus der wir sie lesen.
Der Film beginnt mit einer resignativen Behauptung: Der technische Fortschritt spielt den Angreifern in die Hände, Sicherheit bleibt eine Illusion und der Kampf scheint bereits verloren.
Dann werden dieselben Aussagen in umgekehrter Reihenfolge neu zusammengesetzt. Aus Kontrollverlust wird Handlungsfähigkeit, aus Resignation ein Plädoyer für Zusammenarbeit und Verantwortung. Der Perspektivwechsel ist nicht nur die Aussage des Films, sondern sein vollständiges dramaturgisches Prinzip.